Schnabbelinchen blablabla...

Habt ihr schon mal eine Nähparty mit Freundinnen gefeiert? Nein? Dann solltet ihr das unbedingt tun. Vor einigen Wochen kam mir die Idee, weil mich mal die eine und mal die andere Freundin fragte: "Wie machst du das mit dem Bündchen?", "Wie hast du das und das in dem Schnittmuster xyz umgesetzt?" und auch ich mal die eine oder andere Freundin fragte: "Wie kriegst du diese schmalen Bändchen gewendet ohne dir die Finger zu brechen?" oder "Wie nähst du die Blümchen an, so dass man es anschließend überhaupt nicht sieht?"

Meistens ist die Beschreibung dann ja nicht sehr hilfreich, weil man sich mit den Kids auf dem Spielplatz nicht so recht konzentrieren kann oder einem ohne das Nähstück vor der Nase schlicht die Vorstellungskraft fehlt. Was liegt da näher, als die Papas zu verhaften und sich bei einer von uns - in diesem Fall bei mir - zu treffen. Ohne unsere kleinen Lieblinge, die mit ihren Papas einen schönen Nachmittag und Abend verbrachten. Mein Mann ist mit unserer Lütten zu einem der Strohwitwer geflüchtet. So viel Frauenpower auf einen Haufen waren ihm dann doch zu viel.

Ungeahnt schnell war die Terminfindung abgeschlossen. Samstag war es dann so weit. Ab 13 Uhr trudelten alle ein und bauten ihre Nähmaschinen auf. Der Küchentisch zog ins Wohnzimmer um und bildete einen Ovi-Arbeitsplatz. Stoff wurde ausgebreitet, Stecknadeln, Maßbänder, Schere und vorbereitete Nähstücke fanden ihren neuen vorübergehenden Platz. Alles schien super organisiert, dabei fand sich einfach alles irgendwie von allein. Die Stimmung war gelassen, entspannt und gleichzeitig spannungsvoll. Wir waren zu viert. Vier Nähmaschinen, 2 Overlocks und 1 1/2 Notebooks bevölkerten nun mein Wohnzimmer. Eine Flasche Zwei Flaschen Sekt, 2 Tüten Schokobons XXL (Mit einem Haps sind sie im Mund) und hundert andere wichtige Dinge, die man so zum Nähen braucht gesellten sich dazu.

Cindy nähte ihren ersten Softshellanzug für ihren Sohn und da ich das ja schon für meine Kleine mehr als einmal gemacht habe konnte ich ihr viele Tipps geben. Das hat mir unfassbar viel Spaß gemacht! Danke Cindy, dass ich mein Klugscheißer-Gen mal wieder voll ausleben durfte. Ich finde der Anzug ist mega toll geworden und das ist allein dir und deiner Geduld zu verdanken. Auch nach dem dritten "Nein, das musst du anders stecken." Hast du nicht aufgegeben oder gesagt: "Ach das geht auch so." Man sieht an dem fertigen Stück, dass sich deine Hartnäckigkeit bezahlt gemacht hat.
Für Cindy war es das erste Mal an der Overlock. Zugegeben, der Kuscheltiervogel im Hintergrund sieht ziemlich neidisch aus und das zurecht! Am Start waren die Bernette 610 D und die Gritzner 788.
Der erste Softshellanzug und das erste Mal an der Ovi. - Chapeau!
Unsere kleine Sklaventreiberin Katja hatte sich gefühlte hundert vorbereitete Einschlagdecken, Riechkissen und Frühchenmützen mitgebracht. Sie näht für die Aktion "Nähen für Regenbogenkinder und Frühchen 2.0" und hat uns alle mit ihrer Hingabe und Einsatzbereitschaft wieder einmal schwer beeindruckt. Was sie neben vielen Erklärungen alles geschafft hat ist unglaublich. Ihre Finger sind genauso flink wie ihr Mundwerk. Es ist Klasse, dass es Menschen wie dich gibt! Bleib genauso.
Während die eine noch klebt, nascht die andere schon. Genäht wurde auf einer W6, einer Bernina und zwei Singermaschinen. Katjas Singer war gerade zur Durchsicht und geht ab wie Schmidts Katze. Meine wird wohl demnächst auch mal einen Wellnessurlaub machen.
Die vierte im Bunde war unser Wirbelwind Simone. Unsere liebevolle Chaosqueen stürmte eine Stunde vor dem Treffen noch das Loop in Neubrandenburg, um sich mit Stoff einzudecken. Ihr Schnittmuster von Mamahoch2 war noch Online und die Stoffauswahl musst noch diskutiert werden. Himmel Simone, du bringst Stimmung in die Bude. Auf deiner antikerscheinenden Bernina Nähmaschine zauberst du wundervolle Stück, wenn auch dieses Mal in der "Mini Liebschatz" irgendwie der Wurm drin war. Erst streikte der Drucker, dann passten die Ärmel nicht an das Nähstück und schlussendlich passte der Kragen nicht. Die Fehlersuche war jedes Mal ziemlich Zeitaufwendig und führte jedes Mal zu lautem Gelächter. Dem Drucker fehlte nur Papier, das falsche annähen sah man erst, die Ärmel passten nicht, weil das rechte orderteil links und das linke Vorderteil rechts angenäht war und der Kragen... tja beim Übertragen des Schnittmusters auf die Folie ist das kleine Wörtchen "Bruch" auf die falsche Seite der Kanten gewandert. Aber wir wären nicht wir, wenn uns dafür keine Lösung eingefallen wäre. Das Ergebnis zeige ich euch ein andern Mal, denn leider ist Simone nicht fertig geworden.
Die Bernina Record aus den 50er Jahren schnurrte wie ein Kätzchen! Diesen einen Zettel mit den ganzen To-Sews hat wie sich herausstellte jede von uns Vieren. 
Und ich... nun ich hatte etliche UFOs und Reparaturarbeiten fertig zu machen, vor denen ich mich schon ewig gedrückt habe. UFOs - so nenne ich meine unfertigen Nähobjekte. Zum einen das KimonoTee von Maria Denmark. Cindy hatte ihr eigenes KimonoTee an und es saß super und bei mir... Fehlanzeige. Zwischen Achsel und Busen war viel zu viel Stoff, also mussten Abnäher her. Selbst habe ich noch nie welche platziert. Nur wann, wenn nicht jetzt, wan dann? Vier Näherinnen sollten das doch hinbekommen! Gesagt getan und ich finde das ist gut geworden. Mal schauen wann die durch die Stecknadeln hervorgerufene schwere Verletzung abheilt... wann war eigentlich meine letzte Tetanusimpfung? *Grübel* Das KimonoTee zeige ich euch bald. Es muss noch gesäumt werden... ein UFO, dass nicht ganz fertig geworden ist.

Dann lag da noch die zugeschnittene Leggings von Himmelblau, die farblich passend zu meiner Vani ist, die ich euch auch noch zeigen muss. Ein Loop und passende Mütze für mich mussten auch noch her. So viel für mich und dann... nun, dann musste noch etwas für die Tochter meiner besten Freundin her. Sie hatte sich eine Mütze und ein Haarband gewünscht. Das Haarband ist unfassbar niedlich geworden. Der Schnitt ist von Kreativlabor Berlin und sehr zu empfehlen. Selbst meine kleine Räuberin sah damit zuckersüß aus. Diverse Pullover und Hosen sind repariert und können wieder in den Schrank wandern. Ich wollte noch so viel mehr schaffen, aber um null Uhr ging einfach nichts mehr. Zumindest nicht im Guten.
ZUCKERSCHOCKALARM!!!!
Was für ein Wahnsinnsabend! Wir haben bis weit nach Mitternacht genäht. Katja und Simone sind kurzer Hand über Nacht geblieben. Wir haben natürlich ununterbrochen hoch konzentriert gearbeitet. *Hust* zumindest meist... *räusper*... okey okey... es wurde auch ein bisschen gequatscht...

Ja, ich gebe es ja zu. Die Geräuschkulisse war die eines Bienenschwarms. Wir hatten uns so viel zu erzählen: welche Schnittmuster finden wir klasse?, Warum finden wir, dass man bei Gratisschnittmustern auch was zahlen sollte, wenn man die Chance hat?, Welche Farben kann man kombinieren, welche nicht?, Wie schmuggelt man die Ergebnisse von exzessiven Stoffshoppingtouren am geschicktesten am Göttergatten vorbei? Und warum hat der Tag keine Zusatzstunden fürs Nähen?
Reste...
Wer mich kennt weiß wie gern ich rede, mich austausche und meine Freunde um mich habe! Samstag Abend war ich in meinem Element. Der Pizzamann brachte Pizza für alle außer mich. Da ich ja Zöliakie habe und glutenfrei essen muss habe ich nebenbei schnell eine Thunfischpizza für mich gezaubert und so haben wir dann neben Nähmaschinen und Schnittmustern Pizza gegessen, Sekt getrunken und weiter gequasselt. Es hätte ewig so weiter gehen können. Doch irgendwann geht jeder Tag zu ende und ein neuer bringt wieder neue Chancen und bescherte mir heute eine sehr gut gelaunte kleine Maus, die quasselnd zwischen Mama und Papa im Bett lag und uns noch 30 Minuten dösen lies, bevor sie fragte: "Mama bla bla?"

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