Was vom Feste übrig blieb

Nun sind Weihnachten und Sylvester schon wieder ein paar Tage her. Das neue Jahr ist eine Woche alt und es wird Zeit sich endgültig vom alten Jahr zu trennen. Also muss nun auch unser - wie ich fand - wunderschöner Weihnachtsbaum weichen. Die Kugeln wurden wieder verpackt, die Lichterkette aufgewickelt und die große Dekokiste auf den Dachboden verfrachtet.

Der klägliche Rest der grünen Pracht.

So früh wie dieses Jahr ist der Weihnachtsbaum wohl noch nie ausgezogen. Woran das liegt? Nun, unsere kleine Räubertochter ist so agil und der Baum nadelt trotz gießen sehr, jeden Tag wird der Wünsch größer die Lichter selbst an zu machen und damit wächst die Gefahr, die von den fragilen Glaskugeln ausgeht. Außerdem habe ich mir für 2017 zwei Dinge vorgenommen und da wäre es ja schön, wenn nicht die Hälfte der Vorsätze schon im Januar über Bord gehen.


Vorsatz No. 1 - Auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist.

Kennt ihr das? Der Blick in den Kalender zeigt euch, dass ihr morgen Termin für die Abgabe irgendwelcher Unterlagen bei irgendeinem Amt habt? Die Mülltonne wird erst rausgerollt, wenn man das Müllauto schon hören kann? Stoff wird erst gewaschen, wenn men ihn eigentlich schon anschneiden will? Irgendwie habe ich in letzter Zeit oft das Gefühl immer hinterher zu rennen. Das stresst mich und ist einfach nicht schön. Ich habe scheinbar gar keine Zeit mehr mich mal gemütlich mit einer Freundin zu treffen und zu plauschen, so ganz ohne die lästigen: "Nachher darf ich nicht vergessen noch ... fertig zu machen"-Gedanken. Damit soll jetzt wieder Schluss sein. Wie das gehen soll? Ganz einfach. Ich habe beschlossen einfach weniger Dinge zu tun und die Dinge die ich tue dafür viel bewußter zu genießen und mich nicht mehr so antreiben zu lassen. Ich bin gespannt ob mir das gelingt.

Zugegeben, nicht alles was man so tun muss kann man einfach so abwählen. Die Wäsche wäscht sich schließlich nicht von allein und auch der Fußboden wischt sich nicht von selbst. ABER, muss man immer einen ordentlichen Garten und ein sauberes Auto haben, um glücklich zu sein? Ist es sehr dramatisch, wenn die Spielsachen einfach mal einen Abend nicht aufgeräumt werden? Warum lassen wir uns eigentlich von der Annahme, das alles wäre so wichtig stressen? Warum lassen wir die Nachbarn nicht einfach denken was sie wollen? Warum ist uns die Meinung wildfremder Menschen wichtig? Meine Räubertochter jeden falls freut sich, wenn ihr Spielzeug morgends noch unangetastet im Wohnzimmer verstreut liegt.

Chaos? Denkste, wenn man unsere Tochter fragt, findet sie das Gesuchte sofort!

Viel wichtiger sind doch die Momente mit den Menschen, die wir Lieben. Die Stunden mit meiner Tochter sind mir viel zu kostbar, um sie mit Dingen zu vergeuden, die nicht zwingend notwendig sind. Die wenigen Stunden, die der Alltag für die Partnerschaft lässt möchte ich auch nicht opfern. Daher gilt ab sofort wieder: Auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Mein Mann, meine Tochter, meine Fmailie und Freunde! Dann kommt auch die innere Ruhe zurück und versüßt ein die wertvolle Zeit.

Vorsatz No. 2  - Bewußter (Stoff) shoppen

Bei Lebensmitteln achten wir schon sehr lange darauf, dass wir uns gesund und möglichst unbelastet ernähren. Zugegeben - Ich kaufe nicht nur Bioprodukte. Das ist hier in der Provinz weder machbar noch für uns bezahlbar. Was aber definitv machbar ist, ist bei dem was man kauft genau darauf zu achten, was darin ist. Kenne ich alle Zutaten? - Nein? - Dann esse ich es auch nicht.

Gestern hatte ich eine Diskussion zum Thema "günstig Klamotten kaufen". Ähnlich wie bei Lebensmitteln habe ich da so meine Grundsätze. Wenn ich auf Grund des Preises schon weiß, dass kann nicht mit rechten Dingen zu gehen. Eine Damen-Jeans für 2,50€? - Ausbeutung oder Kinderarbeit? - Beides ist für mich ein No-Go. Ich weiß auch, dass auch die mittel- und höherpreisigen Anbieter zum Teil in den selben Fabriken zu den selben Bedingungen fertigen lassen. Was tun? Alles selber nähen geht ja auch nicht. Es ist eine Zwickmühle. Ich bleibe meinem Grundsatz treu und kaufe nur dort, wo ich zumindest eine Chance darauf habe, dass keine Kinder arbeiten mussten und Näher/-innen oder Wäscher/-innen (u.a.) nicht ausgebeutet werden. Ich verstehe auch, dass es Menschen gibt, die auf die günstigen Angebote der einschlägigen Anbieter angewiesen sind, weil sie sich die anderen nicht leisten können. Glücklicherweise ist das bei uns nicht so und ich kann mir dieses Prinzip leisten.

Die Diskussion hing mir noch eine ganze Weile nach. Alles selbst nähen wäre ja (bei mehr Zeit) theoretisch möglich, aber unter welchen Bedingungen werden meine Stoffe die ich vernähe eigentlich so produziert? Ich habe mir vorgenommen im Januar herauszufinden, was man beim Stoffkauf hinsichtlich der Produktionsbedingungen beachten kann. Wo bekomme ich Bioqualität die Fair gehandelt wurde? Ist das ganze dann noch bezahlbar? Wo und wie produzieren eigentlich HILCO, Lillestoff und Co.? Welches Siegel verrät was? Kennt ihr gute Links dazu? Habt ihr selbst schon zu dem Thema recherchiert? Über meine Ergebnisse schreibe ich euch in den nächsten Wochen.

Ich muss zugeben, dass ich bisher nie weiter darüber nach gedacht habe. Ich habe bei Stoffen für meine Kleine auf Bioqualität geachtet, aber das war es dann auch schon. Das möchte ich nun ändern und es lieber wie mit den Lebensmitteln und Textilien halten - weniger ist mehr!

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